Warum wir manchmal einfach mal die Klappe halten…

Warum wir manchmal einfach mal die Klappe halten… (bevor wir antworten)

​Hört sich paradox an, oder? Aber in der Logopädie ist eine der stärksten „Waffen“ nicht das Reden, sondern das Abwarten.

​Wir nennen das die „Kommunikative Versuchung“ oder im englischen communication temptation.

​Oft wollen wir als Eltern oder Therapeuten helfen und beenden Sätze, bevor das Kind die Chance hat, selbst zu suchen. Oder wir stellen Fragen wie am Fließband: „Was ist das?“, „Wie macht die Kuh?“. Das setzt unter Druck.

​Probier heute mal die 5-Sekunden-Regel:

  1. ​Gib einen Impuls (reich dem Kind den Becher, aber mach ihn nicht sofort auf).
  2. ​Lehn dich zurück.
  3. ​Zähl im Kopf bis 5.
  4. ​Gib dem Kind den Raum, Augenkontakt aufzunehmen oder ein Geräusch/Wort zu machen.

​Das Ziel: Wir wollen nicht, dass das Kind uns nachplappert. Wir wollen, dass es aus eigenem Antrieb kommunizieren will.

​Logopädie ist keine Einbahnstraße, sondern ein gemeinsamer Tanz. Und manchmal führt eben der, der gerade leise ist.

​Hast du schon mal bemerkt, wie dein Kind reagiert, wenn du eine Pause aushältst?

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